TSG Heilbronn

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“Worum geht’s hier eigentlich?” ist - wie wir alle wissen - ein deutschsprachiges Musikalbum der Schauspielerin, Sängerin und Autorin Hildegard Knef, das im Jahre 1971 erschien. Was wir bisher vielleicht noch nicht wussten: es hilft uns in beeindruckender Weise bei der Beantwortung genau dieser Frage, wenn wir den letzten Hallen-Spieltag der Knaben B vom 15.02.2020 reflektieren. 

Laut Duden geht es bei einer Endrunde ganz sachlich um eine “letzte, über den Gesamtsieg entscheidende Runde eines aus mehreren Runden bestehenden Wettbewerbs”. In diesem Sinne traten unsere Knaben B hoch motiviert und mit großem Siegeswillen beim Mannheimer HC an - waren sie doch als aktuell Tabellendritter in einer berechtigt aussichtsreichen Position. 

Das erste Spiel des Tages war noch ein Hauptrundenspiel und ging gegen den TSV Mannheim. Es diente einzig dem Aklimatisieren und Wachwerden, waren doch die Punkte schon so klar verteilt, dass das Ergebnis nichts mehr an der Platzierung ändern konnte. 0:1 stand es am Ende einer entspannten Partie, die - müsste sie einen Namen bekommen - mit dem Titel “Die Schnecke” trefflich beschrieben wäre. Nein, kein Zufall. Genau so heißt natürlich ein Chanson des erwähnten Albums. Es wird nicht das letzte sein, dessen wir uns in vergleichender Absicht bedienen werden. 

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“Ich erkenne dich nicht wieder” zum Beispiel. Das mag dem ein oder anderen durch den Kopf gegangen sein, als im ersten Endrundenspiel Heilbronn erneut auf den TSV Mannheim traf. In einem Spiel auf Augenhöhe konnten unsere Jungs leider einige ihrer herausgearbeiteten Torchancen nicht nutzen, so dass sie schon bald mit 0:1 in Rückstand gerieten. Die Tatsache, dass kurz vor Pausenpfiff der Ausgleichstreffer zunächst gegeben und dann doch nach massiven, unberechtigten Einwänden des Gegenübers zurückgenommen wurde, soll hier nicht im Zentrum der Ausführungen stehen. Sie macht allerdings betroffen, wenn wir über Sportlichkeit und Fairness nachdenken.

“Worum geht`s hier eigentlich?” In einer fragwürdigen Emotionalität wurde dann in der zweiten Halbzeit darauf aufgebaut. “Lieber Herr, liebe Frau” möchte man im Sinne Knefs manchem Fan zurufen: Es ist nur das Hobby eures Kindes! Ein wunderschönes Eckentor sorgte dann endlich für den ersehnten Ausgleich, der von der überwiegenden Anzahl der in der Halle anwesenden Zuschauer wohltuend honoriert wurde. Das 1:1 konnte von unseren Jungs lange gehalten, aber leider nicht ausgebaut werden. Und so passierte, was passieren musste. Kurz vor Ende fiel das 1:2 und die Befürchtung wurde zur Realität: auch in dieser Saison würden sich die Heilbronner Knaben nicht mit einem Meistertitel belohnen können. 

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Bis zum kleinen Finale konnte die Enttäuschung weitgehend verarbeitet und in positive Energie umgewandelt werden. Nun galt es, gegen den Mannheimer HC anzutreten und zumindest den dritten Platz zu sichern. In den Worten der Knef würde das “Such das Schöne” heißen. Leider findet sich bei ihr kein Liedtitel, der entschuldigen könnte, dass die Erinnerung an dieses Spiel bei allen gerade verfügbaren Personen verschwommen ist. Man erinnert sich lediglich an ein faires Spiel und die Tatsache, dass beim Abschlusspfiff ein 1:1 auf der Anzeigetafel stand.

Ein Penalty-Schießen sollte also über Sieg oder Niederlage entscheiden. Mehr oder weniger freiwillig fanden sich letztlich drei Spieler, die sich auf die volle Rückenstärkung des eigenen Team verlassen konnten. Knefs melancholischer Titel “Ein Freund” kommt einem in den Sinn, wenn man sich vergegenwärtigt, wie alle Jungs bei den insgesamt 14 benötigten Penaltys und einem Siebenmeter gemeinsam mitfieberten, mitlitten und mitjubelten. Gemeinsam war man unendlich stolz auf die Leistung der beiden Goalies und die der Schützen, die zuletzt das eine Tor mehr verwirklichen konnten! “Was? Dir geht`s gut?” fragt Hildegard Knef hier nur rhetorisch.

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Der dritte Platz wurde zu Recht ausgelassen gefeiert - letzten Endes gemeinsam mit den Jungs des Verbandsliga-Teams bei Pizza und Pasta in Heilbronn. Dem dort formulierten Dank an die Trainer für eine insgesamt tolle und engagierte Hallensaison lässt sich nichts hinzufügen. Besser hätte man es nicht zum Ausdruck bringen können! Für den emotionalen Spieltag in Mannheim lässt sich lediglich an Franzi K. ein Dank fürs Pfeifen ergänzen. Eine leichte Aufgabe war das sicher nicht. 
Und wer weiß - vielleicht wird es für unsere Jungs ja doch mal irgendwann rote Rosen regnen...

Es spielten: Anton (TW), Daniel, Fabian, Hannes, Henri, Leo, Levin (TW), Max, Nils, Tim und Tom

Bericht: Anne Baasch; Fotos: Eltern der Knaben B

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